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Aufgeräumt ins Wochenende: Geschirr & Gläser

Heute gehts weiter der Küche an den Kragen. Volle Schränke und Geschirrstapel anheben, um irgendwo dran zu kommen sind mir jetzt lange genug auf den Keks gegangen. Deswegen entrümpel ich heute Geschirr und Gläser.

kueche bannerAuch hier war der erste Schritt, erstmal die Schränke komplett leer zu räumen und sauber zu machen. Beim leerräumen merke ich schon, dass die jeweils oberen Fächer im Schrank meine Problemzonen sind. Da komm ich nämlich nur vorne dran und deswegen wird alles, was selten nie gebraucht wird, da oben geparkt.

6 Kaffeetassen samt Untertellern, die zu unserem Geschirr gehörten aber nie genutzt werden, mehrere Milchaufschaumbereiterdinger (die so zum Runterdrücken) und Kaffeepaddosen kommen da zum Vorschein. Ach ja und ein Mini-Raclette. Da war ich irgendwann kurz nach Silvester im Raclette Wahn und der Mann musste mir sein Mini-Raclette vom Dachboden holen. Seitdem steht es im Küchenschrank. Milchaufschäumdinger und Paddosen sind auch raus seit wir einen Kaffeevollautomaten haben und die Kaffeetassen sind dem Mann zu klein und ich trink gar keinen Kaffee. Für meine Haferflocken-Tassenkuchen sind sie ganz praktisch, aber dafür würde ja eine auch schon reichen.

Also alles weg. Raclette auf den Dachboden und der Rest mangels Abnehmer in den Müll. Pustekuchen, die Paddosen waren Geschenke, die können nicht weg, sagt der Mann. Gut, die also auch nach oben.

GeschirrschrankSo, das sieht doch schon recht übersichtlich aus. Und alles, was da drin steht, wird auch wirklich genutzt. Die Karaffe und die Teekanne standen vorher bei den Gläsern, aber da wars auch zu voll. Obwohl ich ja schon ein Glas im Bad für meine Ohrringe nutze und ein anderes meine Paperstraws beinhaltet, ging der Schrank nur zu, wenn mindestens noch zwei Gläser in Benutzung waren.

Glaeser und Tassen im SchrankAlles mit Sprung wurde direkt aussortiert und alle einzelnen Tassen, die eh keiner nutzt, haben auch keine Daseinsberechtigung mehr in unserer Küche. Die großen Kaffeetassen sind die große Liebe vom Mann, mit den Untertellern an dieser Stelle bin ich noch nicht ganz zufrieden, da muss ich noch mal schauen.

Aber was mich gerade beim Schreiben noch mehr erschreckt ist mal wieder das oberste Fach. Da stehen die guten Wein-, Sherry-, Sekt- und Schnapsgläser, die ich von der Oma geerbt habe. “Die waren teuer, das ist was Gutes” wurde mir gesagt. Nur trinkt bei uns niemand Wein, Sherry oder Sekt und wenns es mal alle paar Jahre an den Schnaps geht, nehmen wir die billigen Schnapsgläser, damit von den Guten keins kaputt geht. Was mach ich denn jetzt mit diesen Gläsern. Wäre es nicht mein Schrank, in den ich da grad schauen würde, würde ich sagen “ganz klar, weg damit”. Aber die sind doch von der Oma. Und das ist doch was Gutes. Wenn das jetzt in der gesamten Wohnung der einzige Problemfall wäre, dann würde ich ja sagen, ok behalt ich die eben. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht der einzige Nostalgiefall bleibt.

Die Kelche daneben sind nichts nostalgisches, die find ich einfach total schön. Benutzen tu ich sie trotzdem nicht. Ok Kompromiss: 2 darf ich behalten, der Rest kommt weg. Puh, schwieriges Unterfangen.

Der Vollständigkeit halber muss ich hier auch mein zweites Geschirrfach im Wohnzimmerschrank bearbeiten.

Geschirr SterneIst auch ziemlich voll, aber davon kann ich auch wirklich nix entbehren. Ich liebe dieses Geschirr und ich benutze es auch. Also darf es natürlich bleiben.

Das war ja jetzt heute schon mal ein super Beispiel dafür, welche Probleme sich so beim Entrümpeln zeigen. Egal, wie motiviert man an das Projekt rangeht, irgendeine Ausrede für irgendein Teil kommt bestimmt um die Ecke. Was macht man dagegen? Entweder rigoros Gefühle und Gedanken ignorieren und alles weg, was nicht benutzt wird. Oder – mein Favorit – Kompromisse schließen und auch mal ne Ausnahme machen. Zwei Kelche behalten, vier entsorgen. Die Gläser von der Oma behalten, weil sie da oben im Regal ja gar nicht so sehr stören. “Voll inkonsequent die organisiert-leben” höre ich jetzt wahrscheinlich. Jap, darf auch mal sein ;-)

Dafür bin ich mir relativ sicher, dass nächste Woche beim Besteck und den Küchenhelfern zumindest keine sentimentale Ausrede daher kommen wird. Zum Pfannenwender habe ich zumindest keine engere Bindung.

Liebe Grüße

Andrea

4 Kommentare

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  1. Sarah

    Mein letzter Blogartikel dreht sich gerade um dieses Thema, geerbte oder geschenkte Gegenstände.

    Ich finde, sobald man die Erkenntnis hat das die Person die man gerne hatte nicht an die Gegenstände geknüpft ist gehts viel leichter. Die Oma ist ja im Herzen und nicht in den Gläsern :) und ich bin auch sicher, dass uns diese Personen es niemals übel nehmen würden, dass wir etwas weitergeben oder verkaufen, weil wir es halt einfach nicht benutzen.

    Es ist sogar schade wenn man plötzlich mit negativ über “diese Gläser” schon fast denkt, weil man sie ja behalten muss. Find ich schöner sie zu verkaufen und das Geld zu spenden oder für ein schönes Essen auf den Kopf zu hauen und dabei mal fest an die Oma zu denken.

    Liebe Grüsse
    Sarah

    1. Andrea

      Da hast du total Recht mit, Sarah. So haben wir es z.B. mit Schmuck von meiner Oma gemacht. Der wurde verkauft und davon hab ich eine Uhr geschenkt bekommen.

      Ich kann gar nicht sagen, warum ich an diesen Gläsern so hänge. Glaube, es ist weniger, dass sie geerbt sind, sondern mehr, dass ich gar nicht auf die Idee gekommen wäre, sie zu verkaufen. Meine Alternative war Müll und da kommt dann der Gedanke “ach nee, dafür ists zu schade”.

  2. Timo

    Hi Andrea,

    spannend, solche Erfahrungswerte.
    Befinde mich gerade in ähnlicher Situation. Mir hilft “Magic Cleaning” von Marie Kondo.

    Weiß nicht, ob du das Buch kennst.

    1. Andrea

      Hallo Timo,
      ich dachte ja, ich hätte alle Bücher zu dem Thema gelesen, aber so spontan sagt mir das nix. Muss ich mir mal anschauen. Danke für den Tipp.

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