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Zeit

Hallo ihr Lieben,

ich denke momentan viel über Zeit nach und möchte euch heute daran teilhaben lassen. Auslöser war ein Artikel in der Zeitschrift “Flow” mit dem Titel “Was ist mir wirklich wichtig?”. Ich beschäftige mich ja schon sehr lange mit Zeitmanagement und Organisation und der Grund dafür ist bei den meisten Menschen, dass sie zu wenig Zeit haben. Ich halte das auch immer noch für außerordentlich wichtig. Wir haben nunmal nur eine genau festgelegte Zeit. 24 Stunden jeden Tag und wenn diese 24 Stunden vorbei sind, gibt es keine Möglichkeit, diese Zeit zurückzuholen oder ihren Ablauf zu verändern. Deswegen versuchen wir meistens, so viel wie möglich in einen Tag zu packen und das geht organisiert natürlich am besten.

Armbanduhr an meinem ArmWenn ich mir anschaue, was ich momentan am liebsten in einen Tag packen müsste/möchte, dann wird relativ deutlich, dass das selbst gut organisiert nicht hinhaut. Ich hab das Glück, dass ich als freie Mitarbeiterin flexibel arbeiten kann. Meistens arbeite ich 6 Stunden, mit Hin- und Rückfahrt sind es dann 8 Stunden, die ich unterwegs bin. Dann noch einkaufen und den Haushalt in Schuß halten. Nach Feierabend ist Zeit für die Hobbies. Dummerweise gibt es momentan wirklich sehr viel, das mir Spaß macht: Bloggen, Instagramen, Fotografieren, Sketchnotes anfertigen, Zentanglen, Filofax verschönern, Basteln, Backen, Lesen, Wohnung dekorieren… Und das sind nur die Dinge, die ich zu Hause machen kann. Ich will aber auch noch Zeit mit dem Mann verbringen, Freunde treffen etc. Und nicht nur die Auswahl der Hobbies ist sehr groß, es nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Eine meine Stärken ist es, dass ich mich für Dinge begeistern kann. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ich total in etwas aufgehe, was mir Spaß macht und ich mich dann stundenlang damit beschäftigen möchte. Ach ja, und nebenbei schreibe ich gerade an meiner Masterarbeit.

So, irgendwie bin ich etwas abgeschweift. Worauf ich hinaus will… Natürlich ist die Lösung für mein Zeitproblem klar: Ich muss Prioritäten setzen und dann machen. Wenn ich jetzt Masterarbeit schreiben muss, dann kann ich eben nicht den ganzen Tag lang meine Nase in den neuen Thriller stecken, der so viel spannender ist, als das 37. Buch über Usability. So weit war ich auch schon vor dem Artikel. Aber was jetzt die Masterarbeit ist, ist danach Stress im Job oder sonst ein Zeitfresser, der total wichtig ist. Und so planen wir uns durch unser Leben und können am Ende sagen “Jau, ich hab voll viel geschafft”. Ist das erstrebenswert? Sagen wir, es gehört dazu, aber woran wir uns auch nach Jahren noch erinnern, das sind doch meistens die gemeinsamen Erlebnisse mit Menschen, die wir lieben. Ich will damit nicht sagen, dass wir alle Pflichten einfach ignorieren sollten. Aber eine gesunde Balance halte ich für durchaus erstrebenswert und ich selbst bin noch ziemlich weit davon entfernt.

Sketchnote

Ich möchte in Zukunft öfter mal meine Pflichten und “allein-mach-hobbies” hintenanstellen und stattdessen Zeit mit meinen Lieben verbringen. Ungeplante Zeit, ohne Organisation. Angefangen hab ich damit letztes Wochenende. Statt weiter Tag und Nacht über der Masterarbeit zu brüten (habe dafür 2 Wochen Urlaub genommen), bin ich mit dem Mann für 2 Tage zu meinen Eltern in die Eifel gefahren. Es war toll. Wir haben gegrillt, in der Sonne gelegen, sind zur Abkühlung unterm Gartenschlauchgespritze durchgelaufen, waren im Wildpark und haben Spiele gespielt. Nur in meinem Kopf war ich leider nicht ganz frei. Die Masterarbeit meldete sich öfters mal zu Wort und versuchte mir ein schlechtes Gewissen zu machen und auch dass ich schon länger nicht mehr gebloggt habe, hat mich gestresst. Und so ist es leider immer bei mir. Ich schaffe es nicht, komplett abzuschalten, solange ich noch irgendetwas zu erledigen habe. Und das ist eigentlich immer der Fall. Falls von euch jemand einen Tipp hat, wie man das ändern kann, her damit ;-) Aber solange nehm ich das jetzt einfach mal hin und übe weiter. Meine ständige To-Do-Liste im Kopf wird mich nicht mehr davon abhalten, sie auch einfach mal zu ignorieren. Denn ich will mich am Ende meines Lebens an viele tolle Erlebnisse erinnern. Und dazu gehört sicher nicht “hey, weißt du noch damals, als du wochenlang nichts anderes gemacht hast, als Masterarbeit zu schreiben”.

AffenSchöne Erlebnisse sind wichtig im Leben. Und das können schon ganz kleine Dinge sein. Pfützenspringen im Sommerregen, ein Nachmittag mit Freunden im Freibad oder ein Abend im Biergarten. Aber auch größere Träume sind wichtig. Dieser Gedanke an das Lebensende hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen. Ich will nicht später sagen “ach, hätte ich doch nur…”. Deswegen werde ich demnächst alle Dinge aufschreiben, die ich gerne mal machen möchte und – noch wichtiger – auch machen. Wenn ich ewig darauf warte, dass ich Zeit habe, meine Träume zu verwirklichen, warte ich vielleicht vergebens und irgendwann ist es zu spät.

Wovon träumt ihr im Leben? Was müsst ihr noch machen, damit ihr später mal sagen könnt “ich hatte ein glückliches Leben mit allem, was ich wollte”?

7 Kommentare

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  1. Sabine

    Hallo, warum lässt du dich vom bloggen stressen? Da ist doch kein Zwang dahinter,oder?

    1. Andrea

      Hallo Sabine,
      ja ich weiß, den Zwang gibt es auch nur in meinem Kopf. Ich blogge, weil es mir Spaß macht, aber wenn ich zu wenig blogge, bekomme ich irgendwie ein schlechtes Gewissen.

      LG Andrea

  2. Nicole

    Ja, der Beitrag regt tatsächlich zum Nachdenken an.
    Das Leben besteht schließlich nicht nur aus Schule/Uni/Arbeit, sondern es sollte doch eine gewisse Balance da sein.
    Für den Anfang habe ich mir terminfreie Sommerferien vorgenommen :)
    LG Nicole

    1. Andrea

      Hallo Nicole,
      das klingt doch schon mal nach einem sehr guten Anfang. Ich wünsch dir tolle Ferien mit viel Zeit für schöne Erlebnisse :-)

      LG Andrea

  3. Frauke

    Tja … leider hab’ ich auch kein Patentrezept, ich suche da auch nach ;-) Aber Du klingst, als wärest Du auf dem richtigen Weg. Das Kopfkino kann ich auch nicht abschalten, was ich aber mittlerweile besser kann: die Gedanken kommen lassen, zur Kenntnis nehmen – und dann mir selber sagen: weiß ich, aber Du, lieber Gedanke, bist jetzt nicht dran. Später ! Wenn’s ganz schlimm ist, laufe ich mit einem Blöcklein durch die Gegend, da werden diese Gedanken dann aufgeschrieben. Das Kopfkino “weiß” dann, es ist festgehalten und wird nicht vergessen, dann gibt es eher Ruhe …
    Viel Glück und Erfolg mit der Masterarbeit ! Und viele schöne genußvolle Momente ;-)
    Liebe Grüße,
    Frauke

    1. Andrea

      Liebe Frauke,
      vielen Dank. Das mit dem Block ist gar keine schlechte Idee, werde ich vielleicht auch mal ausprobieren.

      LG Andrea

  4. Natalie

    Hallo Andrea,
    ich habe mich gerade SEHR wiedererkannt. Zum einen hab ich auch festgestellt, das alles was aus-dem-Kopf-auf-dem-Zettel steht GUT ist, es stresst mich nicht mehr nachts und ich erledige es wesentlich schneller als wenn ich es noch dreizehn mal im Kopf drehe. Ich glaub auch daran dass man nur Ordnung halten kann wenn alles was in Ordung gehalten werden muss auch einen Platz hat. Und ich liebe Listen!! Packlisten für den Urlaub gehört zum Urlaub…Listen für Geburtstage wer kommt und was eingekauft werden muss und und und…Meine Familie schmunzelt schon immer darüber, aber wenn ich zurück denke habe ich genauso auch meine Schulzeit und Lehrzeit überstanden.
    In meinem Leben stehen gerade viele Veränderungen an, in meinem Kopf ist aber Chaos, ja nur aus dem Chaos kann ein tanzender Stern entstehen …wußte ja schon der gute Nitzsche…aber hatte der soviel anderes an der Backe oder konnte er einfach nur schreiben? Ich hab mich sehr gefreut eine scheinbar verwandte Seele gefunden zu haben und möchte mich dafür bedanken.
    Ich hab mich auch am bloggen versucht….hab auch eine Facebookseite…bin auch auf Instagramm und Pinterest aber im Moment ist alles erstmal stillgelegt und es fühlt sich gut an.
    Ich suche …….mich, meine Berufung und die Balance
    lg Natalie vom Rabennest

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